Schüler brauchen Förderung, um beim Lernen wieder aufzuschließen

Fernunterricht und geschlossene Schulen haben das Lernen der Schüler in der Pandemie beeinträchtigt. Das ist das Ergebnis erster internationaler Studien. Auch eine Umfrage unter Lehrern in Deutschland zeigt, dass 38 Prozent bei mehr als der Hälfte der Schüler Rückstände beim Lernen beobachten.

Bund und Länder sollten daher die digitale Infrastruktur in Berufsschulen und Betrieben stärken. Berufsschulen brauchen eine moderne Ausstattung. Berufsschullehrer und Ausbilder müssen fachlich und methodisch fit für den technologischen Wandel sein, um Auszubildende auf die digitale Arbeitswelt vorbereiten zu können.

Das zeigt, dass die Schulen auf den Distanzunterricht, der den Präsenzunterricht lange ersetzt hat, schlecht vorbereitet waren. Besonders bei Schülern aus weniger gebildeten Familien ist die Lernzeit stark gesunken. Damit diese Lerndefizite nicht auf Dauer zu mehr Schulabbrüchen, schlechteren Berufschancen und auf Unternehmensseite zu einem verschärften Mangel an Fachkräftenachwuchs führen, müssen Schulen und Bildungspolitik jetzt handeln und für mögliche weitere Schulschließungen vorsorgen:

  • durch Vergleichsarbeiten in allen Jahrgängen, um das Ausmaß des Lerndefizits zu ermitteln
  • durch gezielte Förderung besonders für Schüler mit höherem Bedarf im Rahmen von rund 1,5 Milliarden Euro
  • durch Wiederherstellung der Chancengleichheit, z. B. über einen Chancenbeauftragten an jeder Schule – Kosten: ca. 4 Milliarden Euro
  • durch eine coronasichere Ausstattung, schnelle Impfung und ein Testkonzept, um den Vor-Ort-Schulbetrieb zu sichern
  • durch verbesserte IT-Ausstattung und Schulung der Lehrer im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie mit 20.000 zusätzlichen IT-Stellen an den Schulen, die jährlich 2 Milliarden Euro kosten.

Mehr Informationen zu den Folgen des Fernunterrichts finden Sie hier.

Quelle: BA/IW